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Gesundheitsexperten schlagen Teilkrankschreibung vor

Veröffentlicht von: on 18/12/2015 in HR Boulevard

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Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen hat die Möglichkeit einer Teilkrankschreibung vorgeschlagen. In einem Sondergutachten heißt es, dass mit der in Skandinavien bereits praktizierten Regelung der individuellen Situation und Leistungsfähigkeit erkrankter Erwerbstätiger flexibler entsprochen werden könne.

Hintergrund ist eine mögliche Reform des Krankengelds, mit der man die seit 2006 überproportional stark gestiegenen Ausgaben in den Griff bekommen will. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hatte den Rat beauftragt, die Ursachen dafür herauszufinden und Steuerungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Teilarbeitsunfähigkeit nach skandinavischem Vorbild

Eine davon ist die sogenannte Teilarbeitsunfähigkeit nach skandinavischem Vorbild: „Damit würde es erkrankten Erwerbstätigen ermöglicht, entsprechend ihrem Gesundheitszustand ihrer Arbeit in Teilen nachzugehen.“ Die Experten schlagen eine Einstufung von 100, 75, 50 oder 25 Prozent Arbeitsunfähigkeit mit entsprechender Verringerung der Arbeitszeit vor. Weiter heißt es in dem Gutachten: „Nach Ablauf der Entgeltfortzahlung würde das Arbeitsentgelt entsprechend der Arbeitsunfähigkeit reduziert und durch ein Teilkrankengeld ergänzt.“

Positive Effekte auf den Gesundheitszustand

Diese flexiblere Regelung könnte nicht nur potenziell positive Effekte auf den Gesundheitszustand und das Wohlbefinden von Langzeiterkrankten haben. Auch eine stufenweise Wiedereingliederung, eine schnellere Rückkehr sowie höhere Rückkehrquoten wären möglich. Länder wie Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland haben bereits in den 1990er-Jahren flexiblere krankengeldbezuschusste Arbeitszeitmodelle eingeführt.

Abbau von Bürokratie und bessere Analyse der Ursachen

Darüber hinaus schlägt der Sachverständigenrat vor, dass Ärzte bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen nur noch die Hauptdiagnose statt mehrerer angeben, wie es bisher möglich ist. Vorteile wären der Abbau von Bürokratie und eine bessere Analyse der Ursachen von Arbeitsunfähigkeit. Außerdem sollen die Übergänge zwischen Krankengeld, Übergangsgeld, Arbeitslosengeld I und Erwerbsminderungsrente klarer ausgestaltet und so „potenziellen Fehlanreizen entgegengewirkt werden, den Krankengeldbezug möglichst lange auszuschöpfen“.

Dieser Beitrag wurde erstellt von David Schahinian.

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